Erklärung

Am 30. Mai diesen Jahres griffen Faschisten der „Identitären Bewegung“ das nach Willi Bleicher benannte Gewerkschaftshaus in Stuttgart an.

Sie zündeten Rauchtöpfe, beschmierten die Fassade und befestigten ein diffamierendes Transparent am Gebäude. Willi Bleicher, Antifaschist und langjähriger IG Metall-Bezirksleiter, wurde unter Hitler verfolgt, kam ins KZ und überlebte. Deshalb macht uns diese Aktion besonders betroffen und auch wütend! Vor diesem Angriff gab es Drohungen und Hetze gegen engagierte Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Gewerkschaftsgliederungen und Betriebsräten.

Warum wurden sie von Rechten bedroht? Weil die Kolleginnen und Kollegen sich an antifaschistischen Kundgebungen beteiligen und auch auf der Arbeit klare Kante gegen Rechts zeigen. Wer hetzt, der fliegt – keine Diskussion! Eine aufrechte Haltung ist für unsere Gewerkschaftsarbeit unverzichtbar und genau deshalb verdienen die betroffenen Kolleginnen und Kollegen unsere Solidarität. Wer sich für die Rechte aller Kolleginnen und Kollegen einsetzt – egal wo sie geboren sind, welchen Nachnamen sie tragen oder welchem Geschlecht sie angehören – der wird früher oder später von Faschisten für diese Haltung angegriffen. Das war nicht nur am 2. Mai 1933 so, als SA-Trupps in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser stürmten. Das war auch am 1. Mai 2009 der Fall, als 300 Neofaschisten die DGB-Kundgebung in Dortmund feige angriffen. Gegen solche Angriffe brauchen wir weiterhin Solidarität und den Zusammenhalt aller antifaschistischen Kräfte!

Was würde passieren, wenn wir diese unsere Werte nicht mehr leben? Die Rechten würden ohne Zweifel an gesellschaftlichem Einfluss gewinnen und könnten ungestört in der Öffentlichkeit gegen ihre Feinde hetzen, sie angreifen und letztendlich ermorden. Wozu legen denn die zuletzt enttarnten Terrorgruppen wie „Combat 18“ oder „Uniter“ Namenslisten an und beschaffen sich Waffen? Damit sie wie der NSU, wie die Attentäter von Kassel, Halle und Hanau Menschen ermorden. Jede engagierte Gewerkschafterin, jeder Linke oder jede Migrantin kann zur Zielscheibe dieser Faschisten werden.

Wie kann man da kein Antifaschist sein? Man muss es! Jetzt gilt es zu zeigen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen nicht alleine sind. Und wir müssen klar machen, dass wir von unseren grundlegenden, antifaschistischen Werten nicht abweichen. Dafür haben wir die Kampagne „Antifaschistisch, was sonst?!“ ins Leben gerufen.

So könnt ihr mitmachen:

• Unterstützt diese Erklärung (kurze Mail an mitmachen@antifaschistischwassonst.org) und verbreitet sie über eure Kanäle!

• Druckt unser Kampagnenmotto aus, macht ein Foto, entweder allein, mit euren Kolleginnen und Kollegen, euren Freundinnen und Freunden oder eurem Gremium. Schickt diese Fotos dann per Mail an mitmachen@antifaschistischwassonst.org

• Verfasst Solidaritätserklärungen für die betroffenen KollegInnen. Wir veröffentlichen Alles gesammelt hier

• Positioniert euch in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #antifaschistischwassonst.